Messengerdienste dienen der schnellen und unkomplizierten Kommunikation. Der beliebteste Messenger in Deutschland ist WhatsApp. Aufgrund der großen Verbreitung liegt es nahe, den Messenger auch für dienstliche Zwecke zu nutzen. Daher stellt sich die Frage, welche Risiken eine solche Nutzung für Unternehmen birgt.
Die große Problematik bei der Nutzung von WhatsApp ergibt sich aus der Synchronisation des gesamten Adressbuchs. Dabei werden Telefonnummern und Namen aller Kontakte an WhatsApp übermittelt, auch derjenigen, die selbst kein WhatsApp nutzen. Von diesen liegt dem Übermittelndem in der Regel keine Einwilligung zur Datenübermittlung vor. Zu dieser Problematik liegt ein Beschluss des AG Bad Hersfeld vor, welches festgestellt hat, dass diese andauernde Datenweitergabe ohne Erlaubnis eine deliktische Handlung darstellen kann und der Übermittelnde von der betroffenen Person kostenpflichtig abgemahnt werden kann.
Ein weiteres Risiko bei der Nutzung von WhatsApp stellt die Verarbeitung und Speicherung der Daten auf Servern in den USA, einem Drittland, dar. Die Inhalte der Kommunikation sind zwar Ende‑zu‑Ende‑verschlüsselt, jedoch verarbeitet WhatsApp umfangreiche Metadaten, die innerhalb des Meta‑Konzerns weitergegeben und zu Analyse‑ und Profilbildungszwecken genutzt werden. Die Daten werden u.a. zu Werbezwecken weiterverarbeitet. In welchem Umfang und für welche konkreten Zwecke die Datenverarbeitung geschieht, wird durch WhatsApp nicht näher eingegrenzt. Sollte ein Unternehmen WhatsApp nutzen, kann an dieser Stelle der Informationspflicht gemäß Art. 13 und 14 DSGVO, die transparent und präzise sein soll, schwer bzw. gar nicht nachgekommen werden.
Aus oben genannten Gründen empfehlen wir die Nutzung von WhatsApp nicht. Datenschutzkonforme Alternativen sind beispielsweise:
- Ginlo
- Signal
- Threema
Falls Sie Fragen zum Thema Messengerdienste haben, kontaktieren Sie uns unter: datenschutz@perico-gmbh.de
Wir wünschen Ihnen eine datenpannenfreie Zeit.
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